Bergdorfgottesdienst in Waldhäuser

Gottesdeinstbesucher und die Zelebrant:innen
Bildrechte Gabi Neumann-Beiler

Ökumenischer Gottesdienst in Waldhäuser zum Gedenken an den heiligen Gunther. Auf dem Foto befinden sich einige Gottesdienstbesucher mit 3. von links vorne Diakonin Gabi Neumann-Beiler, Gerd Fritsch und Inge Fritsch und Stadtpfarrer Martin Dengler.

In der Guntherkapelle in Waldhäuser fand der traditionelle ökumenische Bergdorfgottesdienst zum Gedenken an den heiligen Gunther statt. Zahlreiche Gläubige sowie Gäste aus der Region nahmen daran teil. Gunther, der als Einsiedler im Bayerischen und Böhmischen Wald lebte, starb am 9. Oktober 1045.

Pfarrer Martin Dengler begrüßte die Besucherinnen und Besucher und erinnerte an die besondere Bedeutung Gunthers für die Region. Als Mönch, Missionar und Wegbereiter setzte er sich für die Erschließung von Verbindungen durch die ausgedehnten Waldgebiete ein. Einige dieser Wege wurden später von Salzsäumern genutzt und verbanden die Orte auf beiden Seiten der heutigen Grenze.

In diesem Zusammenhang ging Dengler auch auf das Altarbild der Guntherkapelle ein. Es stammt vom mittlerweile verstorbenen Künstler Reinhard Köppel aus Waldhäuser. Der evangelische Maler stellte darauf Szenen aus dem Leben des katholischen Heiligen dar und schuf damit ein eindrucksvolles Symbol gelebter Ökumene, das besonders gut zum Charakter des Gottesdienstes passt.

Im Mittelpunkt der Predigt stand das Wort Jesu aus dem Matthäusevangelium: „Ihr seid das Salz der Erde“ (Mt 5,13-16). Diakonin Gabi Neumann-Beiler und Pfarrer Martin Dengler griffen dazu die Geschichte „Maruschka und das Salz“ auf. Anhand dieses Gleichnisses machten sie deutlich, wie wichtig Menschen sind, die durch Hilfsbereitschaft, Versöhnungsbereitschaft und Zusammenhalt das Leben anderer bereichern. Als Beispiel nannten sie den heiligen Gunther, der sich um Arme und Bedürftige kümmerte, bei Streitigkeiten vermittelte und sein Leben aus dem Glauben heraus gestaltete.

Für die musikalische Umrahmung sorgten Diakonin Gabi Neumann-Beiler und die Schola Spiegelau/Riedlhütte mit Liedern und gesungenen Gebeten, die dem Gottesdienst eine feierliche Atmosphäre verliehen.

Ein besonderer Moment war die Segnung von Inge und Gerd Frisch aus Waldhäuser. Das „ökumenische“ Ehepaar konnte seine Eiserne Hochzeit feiern und damit auf 65 gemeinsame Ehejahre zurückblicken. Viele Gottesdienstbesucher gratulierten herzlich und wünschten den Jubilaren weiterhin Gesundheit, Freude und Gottes reichen Segen.
Mit Fürbitten für Frieden, Gerechtigkeit und ein gutes Miteinander in der Gesellschaft sowie dem gemeinsamen Segen fand der Gottesdienst seinen würdigen Abschluss.
Text und Foto: Gabi Neumann-Beiler