Am höchsten und schönsten Ort Passaus, auf der Veste Oberhaus, feierten die evangelischen Christen der Gemeinden Fürstenzell, Ortenburg und Passau an Christi Himmelfahrt ihren Himmelfahrts-Gottesdienst. Das Motto lautete: „Das Leben ist eine Schaukel“. Den Gottesdienst gestalteten Dekan Jochen Wilde und die Pfarrerinnen Sabine Hofer und Sonja Sibbor-Heißmann gemeinsam. Für den musikalischen Teil sorgte ein Bläserensemble unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Ralf Albert Franz.
Auf dem Foto sind Dekan Jochen Wilde bei der Predigt und rechts davon die Pfarrerinnen Sabine Hofer und Sonja Sibbor-Heißmann. Sie gestalteten die Liturgie.
„Schade, dass das Wetter nicht mitgespielt hat, aber Gott sei Dank können wir das Wetter noch nicht beeinflussen.“ Mit diesen Worten begrüßte Dekan Jochen Wilde die rund 60 Gottesdienstbesucher aus den Gemeinden Fürstenzell, Ortenburg und Passau in der Neuen Galerie der Veste Oberhaus. Er freute sich, dass so viele den Weg nach oben in die Burg gefunden hatten.
Die rund 60 Gottesdienstbesucher lauschen gespannt der Predigt von Dekan Jochen Wilde in der Neuen Galerie auf Veste Oberhaus.
„Wann haben Sie das letzte Mal geschaukelt?“ fragte er in seiner Predigt in die Runde und gab zu, dass er das erst kürzlich auf einer Panoramaschaukel in der Nähe von Kellberg im Bayerischen Wald getan habe. Schaukeln sei ein Vergnügen, dem er als Kind oft stundenlang unter dem Nussbaum auf dem Hof seiner Eltern nachgegangen sei. Schaukeln sei die „Urbewegung menschlichen Daseins“, zitierte er den Philosophen Wilhelm Schmid, der ein Buch über das „Schaukeln“ geschrieben hat. „Schwung holen, Leichtigkeit fühlen, Höhenflüge erleben, auf die Unterstützung anderer hoffen und auch am Tiefpunkt darauf vertrauen, dass mein Leben ‚von oben‘ gehalten wird.“
Die Pfarrerinnen Sabine Hofer (li) und Sonja Sibbor-Heißmann (Mitte) segnen die Gemeinde und Dekan Jochen Wilde (re)
Eine solche Schaukelbewegung nach oben sei Christi Himmelfahrt. Ein kalendarischer Anstoß, damit das Leben, die Seele nicht an Schwung verliert. Von oben gewinne man einen neuen Blick auf das Leben. Bei der Abwärtsbewegung der Schaukel des Lebens, wenn es ein Tief zu durchschreiten gibt, sei es tröstlich zu wissen, von oben gehalten zu werden. Irgendwann kommt der Umschwung und es geht wieder aufwärts. Dabei bleibt das Schöne und Leichte meist länger im Gedächtnis haften. „Ist dies nicht eine tröstliche Erkenntnis im Hin und Her des Lebens?!“ Sich am Schönen zu erfreuen und im Vertrauen auf Gott auch Schweres durchzustehen sei ein Einverstanden sein mit dem Leben in all seinen Schattierungen. Umso wichtiger sei der Himmelfahrtstag, um Schwung und Kraft für die Anforderungen des Alltags zu holen.
Mit beschwingter Musik begrüßte das Bläserensemble unter der Leitung von Ralf Albert Franz die Gottesdienstbesucher in der Neuen Galerie der Veste Oberhaus.
Nach dem Segen durch die Pfarrerinnen Sabine Hofer und Sonja Sibbor-Heißmann gab es zum Ausklang Musik und kräftigen Applaus für die Bläser sowie schönstes Feiertagswetter. Das Leben ist eine Schaukel, auch beim Wetter.
Text und Fotos: Hubert Mauch
