Die Kirchen beteiligten sich am Protest gegen die Politik der AfD in Passau. Auf der Bühne des Runden Tischs gegen Rechts Passau traten Michael Wagner, KAB Landespräses der Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Bayern, Silvia Gross, Initiatorin von Christinnen und Christen gegen Rechts und Dekan Jochen Wilde als Redner:innen auf. Mit einem Impuls für Frieden und Demokratie unter der Federführung von Pfarrerin Sonja Sibbor-Heißmann wurde die Kundgebung beendet. Insgesamt machten rund 2500 Menschen auf verschiedenen Plätzen rund um die Dreiländerhalle den Samstag, 20. Juli zu einem Fest der Demokratie.
Auf dem Foto: (v.l.n.r.) Silvia Gross, Dekan Jochen Wilde, Pfarrerin Sonja Sibbor-Heißmann und Diakon Michael Wagner beim gemeinsamen Gebet.
„Passau muss ein Ort gelebter Menschenfreundlichkeit bleiben!“ rief Dekan Jochen Wilde den Demonstrierenden auf dem Messegelände neben der Dreiländerhalle zu. Dort tagte der Landesparteitag der AfD. Eine Partei, die sich selbst außerhalb der Grundlagen unserer Verfassung stelle, indem sie die Würde bestimmter Menschen für antastbar erklärt. Zu allen rassistischen, antisemitischen oder völkisch-nationalen Positionen gebe es von den Kirchen ein klares Nein. Das christliche Menschenbild sei mit den Positionen der AfD nicht vereinbar. Es sei deshalb Christenpflicht den Demokratiefeinden entgegenzuhalten: „Die Würde des Menschen ist nicht verhandelbar.“ und „…wenn der gesellschaftliche Frieden und die Menschenwürde bedroht sind, dann haben wir die Pflicht, dagegen aufzustehen, Widerstand zu leisten, nicht zu schweigen und ja auch dafür zu beten.“
Die brütende Hitze war eine Herausforderung. Trotzdem waren viele mit Plakaten und Sonnenschirmen auf das Messegelände gekommen.
Schon am Vormittag waren die Theologin Silvia Gross aus Regensburg und Diakon Michael Wagner aus München als Hauptredner der Protestveranstaltung auf der Bühne. Der Kampf gegen den Faschismus sei Christ:innen in die DNA geschrieben, betonte Silvia Gross. Es sei wichtig mit Zuversicht Haltung zu zeigen und sich nicht wegzuducken. „Wir stehen für ein Deutschland, das Menschen schützt statt ausgrenzt, das Lösungen sucht statt Sündenböcke, für Vielfalt.“ Unserer Deutschlandfahne gehöre nicht der AfD, denn sie stehe für Freiheit und gehöre uns.
Die einzig akzeptable Form von „Extremismus“ machte dieser Demonstrant deutlich.
Die AfD sei für Christ:innen nicht wählbar, sagte KAB-Landespräses Wagner in seiner Rede, denn „völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar. Diese Partei und der Dienst am Evangelium passen nicht zusammen.“ Das Programm der AfD lese sich wie eine Werbebroschüre für Neoliberalismus. Sie sei eben nicht die Partei der kleinen Leute und mache Politik gegen die Beschäftigten und für die Konzerne. Beide forderten sie die sofortige Einleitung eines Parteiverbotsverfahrens gegen die in großen Teilen rechtsextremistische Partei.
Die Protestveranstaltung am Messeplatz endete mit einem Impuls für Frieden und Demokratie. Das gemeinsame Gebet begann mit Worten aus der Erklärung der Weltkirchenkonferenz in Amsterdam von 1948 und endete mit einem Segen.
Text und Fotos: Hubert Mauch
