Evangelische Migrationsgeschichte(n)

Menschen auf der Flucht
Bildrechte Gde Ortenburg

Ausstellung in der Ortenburger Schlosskapelle von Ostermontag, 6. April bis Sonntag, 3. Mai 

Migrationsfragen gehören zu den großen Themen unserer Zeit und sind gleichzeitig ein prägender Bestandteil protestantischer Kulturgeschichte. Zwölf Bildungsinstitutionen und Museen aus sechs Ländern Europas und den USA haben sich zu einer Kooperation zusammengeschlossen, um »Evangelische Migrationsgeschichte(n)« zu erzählen.

Die Ausstellung »Evangelische Migrationsgeschichte(n)« erzählt die Lebensgeschichten von protestantischen Migrantinnen und Migranten aus fünf Jahrhunderten. Rollups zeigen die Geschichten unterschiedlichster protestantischer Personen von großen reformatorischen Persönlichkeiten bis zu Flüchtlingen, von denen kaum mehr als der Name bekannt ist. So auch die Geschichte von Georg Hörwärtl eine heute unbekannte – damals vor 400 Jahren - in Ortenburg sehr bedeutende Persönlichkeit. 

Die Eröffnung findet Ostermontag, 6. April mit einem Gottesdienst in der Schlosskapelle um 10 Uhr und anschließender Einführung in die Ausstellung statt. Der Eintritt ist frei.

Infos zum Gesamtprojekt: www.evangelische-migrationsgeschichten.com


Ein Rahmenprogramm bietet zahlreiche Veranstaltungen:

Auf der Flucht im Namen des Glaubens. Protestantische Exulanten in der Reichsstadt Regensburg

Vortrag von Dr. Bernhard Lübbers, Regensburg, Donnerstag, 16. April

Begleitend zur Ausstellung „Evangelische Migrationsgeschichte(n)“ widmet sich Dr. Bernhard Lübbers, Direktor der Staatlichen Bibliothek Regensburg, der Frage: Was wissen wir über die Beziehung zwischen Ortenburg und Regensburg im Hinblick auf die Exulanten die von Ortenburg nach Regensburg weiterzogen und sich dort niederließen? Wie waren die Bedingungen für die Exulantenfamilien in der großen Reichsstadt Regensburg im Vergleich zur kleinen Grafschaft Ortenburg?

Beginn ist um 19.00 Uhr im Evangelischen Museum/Marktkirche. Der Eintritt ist frei

 

Von Flucht und Zuflucht 

Erlebnisführungen in Ortenburg ab Sonntag 26. April

Zwei Mägde in historischem Gewand
Bildrechte Dekanat/Mauch

In diesem Jahr bietet das Team Erlebnisführung eine „Special Edition“ der bisherigen Führung an. Zum Jahresthema „400 Jahre Glaubensmigration nach Ortenburg“ wurde die bisherige Führung angepasst und wesentlich verändert. Es wird nun im Zusammenhang mit der Geschichte der Ortenburger Grafen und Gräfinnen zweimal von einer jeweils spektakulären Flucht erzählt. Außerdem spielen nun die Zuflucht der emigrierten Protestanten aus Oberösterreich in Ortenburg sowie deren Aufnahme durch Graf Friedrich Casimir eine Hauptrolle. Spannung wird auch das Thema Geheimprotestantismus erzeugen. Zwei neue von insgesamt vier Schauspielen werden ebenfalls das Interesse der Besucher*innen wecken.

Jeweils an den Sonntagen, 26. April (Premiere), 14. Juni, 26. Juli, 27. Sept., 11. Oktober, Treffpunkt:  Vor der Marktkirche Ortenburg. Beginn ist jeweils um 15.00 Uhr – Dauer: 90 Min. Die Teilnahme kostet 10 € pro Person.

Abweichend von den genannten Terminen können auch Führungen bei Inge Schlögl gebucht werden: Mail: inge-schloegl@web.de, Tel. 08542/1413

 

400 Jahre Glaubensmigration nach Ortenburg - Von der Emigration oberösterreichischer Protestanten und ihrer Aufnahme in der Grafschaft Ortenburg 

Vortrag von Inge Schlögl am Mittwoch, 10. Juni 

Torbogen vor der Marktkirche
Bildrechte Dekanat/Mauch

2026 ist für Ortenburg ein besonderes Jahr: Denn vor genau 400 Jahren kamen kurz vor und nach Ostern 102 oberösterreichische Protestanten in der Grafschaft Ortenburg an. Aus Glaubensgründen hatten sie ihre Heimat verlassen müssen. Denn der neue Kaiser, Ferdinand II., hatte verfügt, dass alle Protestanten umgehend wieder katholisch werden mussten oder zu emigrieren hatten. Etwa 100 weitere Exulanten trafen im Laufe des restlichen Jahres ein. Die Bewohner von Ortenburg nahmen sie vorerst in ihren Häusern und Anwesen auf. Reichsgraf Friedrich Casimir von Ortenburg bot ihnen ein paar Monate später an, dauerhaft in Ortenburg zu bleiben. Er stellte ihnen dafür bewaldete Grundstücke am östlichen und südlichen Rand seines Tiergartens zur Verfügung, die sie roden und besiedeln durften. Dies war sozusagen die Geburtsstunde der Ortsteile Vorder- und Hinterhainberg. 

In den Texten zum Fotokalender 2026 des Förderkreises Schloss Ortenburg hat Inge Schlögl bereits einiges Wissenswerte zu diesem Ereignis und darüber hinaus geschrieben. Allerdings ergaben sich bei der Recherche zu diesem Thema noch weitere interessante Details, die den Rahmen des Kalenders gesprengt hätten. Auch darauf wird sie in ihrem Vortrag eingehen. Inzwischen hat sie eine Broschüre verfasst, die nach dem Vortrag käuflich erworben werden kann. 

Der Vortrag in der Evangelischen Marktkirche Ortenburg beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

Frankenburger Würfelspiel

Das Theaterensemble aus Frankenburg spielt eine verkürzte und verkleinerte Version des Schauspiels am Samstag, 13. Juni 

Im Volksschauspiel „Das Frankenburger Würfelspiel“ werden die Geschehnisse vom Mai 1625 auf die Bühne gebracht. Damals sollte in Frankenburg und weiteren Grafschaften ein katholischer Pfarrer installiert werden. Dieser wurde von der protestantischen Bevölkerung jedoch verjagt und der Frankenburger Pfleger belagert.

Diesen bewaffneten Aufstand wollte der bayerische Statthalter Adam Graf von Herberstorff beenden und forderte alle männlichen Bewohner auf, sich am Haushamerfeld, rund 5 Kilometer von der Freilichtbühne entfernt, einzufinden. Er versprach jedem Gnade, doch diese war blutiger als erwartet.

36 Männer mussten paarweise um ihr Leben würfeln, die Verlierer wurden gehängt. Die Unruhen wurden durch diesen Akt jedoch nicht beendet - das Frankenburger Würfelspiel war Auslöser der oberösterreichischen Bauernkriege.

Die Aufführung findet in der Marktkirche Ortenburg statt, bei schönem Wetter auch im Freien vor der Kirche. Anschließend besteht die Möglichkeit für alle Besucher zur Begegnung mit den Mitwirkenden bei einem kleinen Umtrunk mit Buffet. Beginn ist um 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.