Jubiläumsfeier in Spiegelau

Gruppenbild vor dem Altar
Bildrechte Hermann Beiler

Am Reformationstag, Samstag den 31. Oktober feierten die Evangelischen in Spiegelau das 125-jährige Jubiläum ihrer schmucken Kirche. Das Gotteshaus war voll bis auf den allerletzten Platz. Gekommen waren eine Vielzahl an Ehrengäste aus Kirchen, Politik und Gesellschaft. Organist Michael Dietz an der Orgel, Karolina, Margarita und Claudia Wolf mit Geige, Gesang und Altblockflöte sorgten für besten Musikgenuss mit Stücken von Händel. Telemann, Vivaldi und anderen Komponisten. Auf dem Titelfoto sind (v.l.n.r.) Peter Bachfischer, Landrat Sebastian Gruber, Gisela Scherer, Günther Nama, Monsignore Kajetan Steinbeißer, Johanna
Füssel, Werner Kirchner, Karlheinz Roth, Alfons Urban, Gabi Neumann-Beiler, Pfr. Tobias Keilhofer

Die Gestaltung des Gottesdienstes hatten Diakonin Gabi Neumann-Beiler, Diakonin Johanna Füssel, Prädikant Werner Kirchner und Lektorin Gisela Scherer übernommen. Neumann-Beiler und Kirchner, betonten in ihrer Begrüßung, dass eine Kirche nicht durch seine Gemäuer lebt, sondern durch die Menschen die sich im Glauben zusammen finden. In ihrer Dialogpredigt blickten Neumann-Beiler und Füssel auf die Geschichte der Martin-Luther-Kirche zurück. Die Entwicklung werfe jetzt natürlich auch die Frage auf: „Brauchen wir hier, wie vor 125 Jahren, eine Kirche?“ Die Antwort: „Ja, sie wird gebraucht“.

Nach Gottesdienst und Abendmahlsfeier standen Grußworte auf dem Programm. Pfarrer Keilhofer erinnerte an die gute Nachbarschaft der beiden Kirchen und hob besonders die gute ökumenische Zusammenarbeit hervor. Weiter stellte er heraus, dass die Taufe und der gemeinsame Glaube an Jesus Christus die beiden Konfessionen verbinden und es ein großes gemeinsames Anliegen sei, miteinander Zeugnis zu geben von und für Christus und er wünschte für die nächsten Jahre und Jahrzehnte eine lebendige ökumenische Verbundenheit.

Einzug in die Maretin-Luther-Kirche. Voran zwei Kinder.
Bildrechte Hermann Beiler

Rosi und Aron tragen Bibel und Kerze. Es folgen die zwei Diakoninen und im Hintergrund Prädikant Werner Kirchner.

Landrat Gruber überbrachte seine Glückwünsche für den Landkreis und erzählte von einer recht positiven Jugenderinnerung mit der evangelischen Kirche. In der kleinen, gemütlichen, zum Zusammenrücken einladenden Spiegelauer Martin-Luther-Kirche, die er inzwischen schon aus vielen Veranstaltungen kenne, fühle er sich jedenfalls immer wohl. Dafür bedankte er sich sehr herzlich bei der Diakonin Gabi Neumann-Beiler.

Bürgermeister Karlheinz Roth hob die Bedeutung der Evangelischen Kirche für das Gemeindeleben hervor und bedankte sich bei Diakonin Gabi Neumann-Beiler für ihr Engagement, das weit über ihre berufliche Beauftragung hinausginge und die Martin-Luther-Kirche zu einem kulturellen Zentrum für Spiegelau gemacht habe. Mit viel Herzblut, Ideenreichtum und persönlichem Einsatz organisierte und gestalte sie zahlreiche Veranstaltungen, die unsere Gemeinde immer wieder aufs Neue bereichern und lebendig werden lassen.

Für den Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Grafenau sprach Dr. Lothar Lederer. Er erzählte von der Leistung, die damals beim Bau der Kirche erbracht wurde, obwohl auch damals die Zeiten schwer waren. Er sprach von den Herausforderungen, mit denen die Kirche sich in der heutigen Zeit auseinandersetzen muss. Er bedankte sich bei Diakonin Gabi Neumann-Beiler und ihrem Mann für deren Einsatz für die Martin-Luther-Kirche.

Nach Gottesdienst, Abendmahl und den Grußworten waren alle noch zu guten Gesprächen bei „Brot und Wein“
eingeladen, wovon rege Gebrauch gemacht wurde.

Vor 125 Jahren erhielt der aufstrebende Industrieort Spiegelau seine erste Kirche. Es war eine evangelische Kirche mitten im katholisch geprägten Bayerischen Wald. Vor allem evangelische Unternehmer förderten mit ihren Fabriken die Entwicklung des ehemaligen Glashüttenstandortes. Mit ihnen wuchs auch die evangelische Gemeinde, die ein eigenes Gotteshaus wollte. Trotz mancher Widerstände entstand hoch über der Steinklamm die Martin-Luther-Kirche. Sie sollte, wie der damalige Vorsitzende des Evangelischen Vereins und Initiator des Kirchenbaus, Jean Porst, schrieb, weithin sichtbar vom christlichen Glauben Zeugnis geben.
Text und Fotos Hermann Beiler