Lasten teilen – Hoffnung tragen

Weltgebetstagsgottesdienst in der Christuskirche
Bildrechte Rückert

Weltgebetstag in der Evangelischen Christuskirche Fürstenzell
Ein Hauch von Afrika lag am Freitagabend (6. März) über der Evangelischen Christuskirche: Zwölf Frauen aus katholischer und evangelischer Gemeinde gestalteten gemeinsam den Weltgebetstags-Gottesdienst. Einheitliche Schals in kräftigen afrikanischen Farben – eigens im Senegal geschneidert – setzten dabei ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit. Durchgeführt wird der jährlich stattfindende Tag, um auf den Kampf für Frauenrechte in den unterschiedlichsten Ländern der Welt aufmerksam zu machen.

Die Leitung des rund 90-minütigen Gottesdienstes hatte Waltraud Schönig. Zu Beginn gab es Informationen über das Schwerpunktland Nigeria, ein westafrikanisches Land mit rund 250 Millionen Einwohnern und großer religiöser Vielfalt: Im Norden überwiegt der Islam, im Süden das Christentum. Trotz des Reichtums an Bodenschätzen lebt der Großteil der Bevölkerung in Armut.

Trommlergruppe
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Eine Trommelgruppe und Originaldeko aus dem Senegal ließen eine besondere Atmosphäre entstehen.

Für Stimmung sorgte eine Trommlergruppe um Sandra Hensel. Passend dazu war der Kirchenraum mit Bildern afrikanischer Frauen und Holzfiguren geschmückt, die Frauen mit Lasten auf dem Kopf zeigen. Das griff das Motto des Gottesdienstes auf: „Kommt! Bringt eure Last.“ – im doppelten Sinn verstanden, als das, was Menschen tragen müssen, und das, was sie gemeinsam besser tragen können.

Drei kurze Spielszenen machten das Thema greifbar: Eine Witwe findet nach anfänglicher Ausgrenzung durch Solidarität neuen Mut. In einer zweiten Szene, gespielt von Pfarrerin Sabine Keller und ihrer Tochter Hannah, wird die Angst vieler Familien deutlich, deren Töchter in Nigeria durch die Terrorgruppe Boko Haram bedroht sind. Die dritte Szene erzählt von einer Frau, die sich mit der Herstellung von Seife eine kleine Existenz aufbaut.

Gebete und Lieder – teilweise in afrikanischen Sprachen – verbanden die einzelnen Teile des Gottesdienstes. Seit fast 100 Jahren wird der Weltgebetstag rund um den Globus gefeiert. Auch die Gemeinde in Fürstenzell versteht sich als Teil dieser weltweiten Bewegung des gemeinsamen Betens und der Solidarität.

Im Anschluss waren alle Besucher ins Gemeindezentrum eingeladen. Das Vorbereitungsteam hatte Speisen nach nigerianischen Rezepten gekocht – und zwischen den Tischen entwickelten sich lebhafte Gespräche über den Gottesdienst und viele frühere Weltgebetstage.
Text und Fotos: Helmuth Rückert