Mit einem Gottesdienst in der evangelischen Christuskirche Grafenau wurde am Sonntag, 18. Oktober Diakonin Johanna Füssel in ihr Amt als Gemeindediakonin in der Region Bayerischer Wald durch Dekan Jochen Wilde eingeführt. Unter Handauflegung wurde sie durch Vertrauensfrau Karin Kirchner, Kirchenvorständin Evelyn Erdell und einen persönlichen Wegbegleiter, Kurt Füglein, mit persönlich zugesprochenen Bibelversen gesegnet. Dekan Jochen Wilde und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler nahmen ihr die Erinnerung an ihr Einsegnungsversprechen als Dienerin Christi ab und sprachen ihr den Rückhalt durch ihre Landeskirche und die Diakoninnengemeinschaft Rummelsberg zu.
Anschließend führte Frau Füssel durch den Gottesdienst. In ihrer Predigt zum Ährenraufen am Sabbat (Matthäus 2, 23-28) bezog sie sich darauf, wie Gottes Gesetze Orientierung geben können, deren Sinn und Zweck sich aber nur in der lebendigen Beziehung zu Gott und Jesus Christus finden lässt.
(v.l.n.r.) Dekan Jochen Wilde, Diakonin Johanna Füssel, Diakonin Gabi Neumann-Beiler, Vertrauensfrau Karin Kirchner, Kirchenvorständin Evelyn Erdell und Kurt Füglein.
Die Besetzung der Stelle einer Gemeindediakonin durch Johanna Füssel zum 1. Oktober ging erstaunlich schnell, besonders vor dem Hintergrund, dass es diese Stelle eigentlich noch gar nicht gibt. Aber bei der evangelischen Kirche ist im Zuge der geplanten Regionalgemeinden vieles im Fluss und möglich. „Der Blick ist nach vorne gerichtet“, sagte Dekan Wilde in seiner Ansprache und „wir nehmen damit schon ein Stück Zukunft vorweg.“ Sein Dank galt aber auch Diakonin Füssel, dass sie sich darauf eingelassen habe.
Die in Chemnitz geborene Johanna Füssel ist in der Region nicht ganz unbekannt. Sie machte in Waldkirchen ihr Abitur und war fünf Jahre lang in der Kirchengemeinde Freyung-Waldkirchen aktiv. Die Kirchengemeinde war ihr geistliches Zuhause. Nach ihrer Ausbildung zur Diakonin und dem Studium Soziale Arbeit in Rummelsberg und an der Evangelischen Hochschule Nürnberg wurde sie 2021 zur Diakonin eingesegnet. In den vergangenen fünf Jahren sammelte sie ein breitgefächertes Wissen und vielfältige Erfahrungen in sozialen und hochschulischen Einrichtungen sowie der Verwaltung. Es folgte auch noch ein Studium Sozialrecht und -wirtschaft. Sie habe jetzt ganz bewusst nach einer Stelle gesucht, in der sie geistlich, kreativ und mit anderen Menschen zusammenarbeiten kann, sagte Dekan Wilde.
Aus den bunten und bemalten Stoffteilen soll später eine Stola werden.
Nach dem Gottesdienst waren Alle eingeladen, sich an einer Stoffmalaktion zu beteiligen: aus den bunt gefärbten und bemalten Teilen soll eine Stola gestaltet werden - sie ist Teil der liturgischen Kleidung einer Diakonin und begleitet diese oft ein Dienstleben lang. Die Gemeindemitglieder und Kirchenvorständ:innen luden weiterhin zu einem liebevoll vorbereiteten Beisammensein ein.
Diakonin Füssel betont: „Neben aller Freude über die Verstärkung ist die große Traurigkeit über den Tod der verstorbenen Pfarrerin Sonja Schuster über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus zu spüren. Es bleibt der Gemeinde zu wünschen, dass sie nach ihrem schmerzlichen Verlust und den folgenden Unsicherheiten wieder Kraft und Segen erleben dürfen.“
Text: Hubert Mauch/Johanna Füssel, Fotos: Astrid Wilde/Werner Kirchner
