Mehr als einen Grund zum Feiern hat der Posaunenchor Eggenfelden. Er besteht seit 60 Jahren und feiert am Sonntag, 27. September das Jubiläum im Rahmen des Grenzlandposaunentages mit einem Festgottesdienst in der Klosterkirche am Franziskanerplatz in Eggenfelden. Der Eggenfeldener Posaunenchor mit seinem derzeitigen Chorleiter Gotthilf Zeltner (4. v. r). "Bläser*innengruß" nennt man das Emporheben der Instrumente.
In einem Gottesdienst am 01.05.1966 (Sonntag "Jubilate") wurde 8 jungen Gemeindeglieder ihre Instrumente übergeben, auf denen auch gleich die zwei bis dahin eingeübten Choräle aufgeführt und so der Gemeindegesang begleitet wurde.
Von Ende November des Vorjahres an hatte der damalige Vikar der evangelischen Kirchengemeinde, Heinz Peschke, den mehrheitlich jungen Leuten das Spielen auf einem Blechblasinstrument beigebracht - damals noch auf geliehenen Instrumenten des Posaunenchorverbandes. Unvergesslich sei es gewesen, wie intensiv man üben musste, "bis man erkennen konnte, um welche Choräle es sich handelt", heißt es in der Posaunenchronik. Doch schnell war der Chor fester Bestandteil des Gemeindelebens und schon wenige Monate nach der offiziellen Übergabe der Instrumente war in der Zeitung zu lesen, dass er sich durchaus hören lassen könne. Zwei Jahre später gehörten dem Chor, der jedes Jahr im Herbst einen Anfängerkurs startete, bereits 20 Mitglieder an.
Nach Vikar Peschke, der bereits 1968 in Mittelfranken eine eigene Pfarrstelle übernahm, folgten Adalbert und Margret Breuer, Pfarrer Dieter von Frauenberg bei der Leitung des Chores. Seit 37 Jahren liegt diese bei Gotthilf Zeltner, der es versteht, mit viel Humor und Geschick die derzeit 13 Bläserinnen und Bläser zu motivieren.
Am Sonntag, 27.09. um 10:00 Uhr feiert der Eggenfeldener Posaunenchor im Rahmen des diesjährigen Grenzlandposaunentages sein Jubiläum in der Klosterkirche am Franziskanerplatz. Mehr als 50 Bläser*innen aus dem Dekanat Passau und darüber hinaus, die bereits am Samstag in der Reformations-Gedächtnis-Kirche unter der Leitung des leitenden Landesposaunenwarts Dieter Wendel aus Nürnberg gemeinsam proben und in Teilchören Standkonzerte in diversen Seniorenheimen geben werden, gestalten den Gottesdienst musikalisch. Die Festpredigt hält der Passauer Dekan Jochen Wilde. Nach dem Gottesdienst gibt der Bezirkschor um 11:45 Uhr ein Standkonzert auf dem Stadtplatz.
Die ersten evangelischen Posaunenchöre entstanden im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Brüdergemeine (Oberlausitz), der erste bayerische Posaunenchor wurde 1865 in Neuendettelsau gegründet. Das Instrumentarium variiert. Es reicht von Trompete, Flügelhorn, Posaune, Waldhorn, Tenorhorn, Euphonium, Bariton bis zur Tuba. Im Einsatz sind Posaunenchöre überwiegend in kirchlichem Kontext (Gottesdienste, Gemeindefeiern) oder in diakonischen Einrichtungen (Krankenhaus, Seniorenheim). Ihr Dienst geschieht seit Alters her unter dem Leitspruch: "Gott zum Lob und den Menschen zur Freude".
Der Eggenfeldener Posaunenchor trifft sich wöchentlich zur Probe.
Text und Foto Thomas Weinmair
