Bilder und Worte, Kunst und Lyrik – die Zuhörer in der Martin-Luther-Kirche in Spiegelau waren voll eingebunden in die Interpretationen, die Karl-Heinz Reimeier in lyrischer Form zu den Skulpturen von Jochen Michel vorstellte. Die „in natura“ überaus schweren Objekte aus Granit, Marmor oder Stahl wurden dank Andi Webers Fotografien auf der Leinwand sichtbar gemacht, so dass man sie ganz nah vor Augen hatte. Dies stellte sich als günstig heraus, weil man so den Gedankengängen Reimeiers in seinen Gedichten mit den Augen direkt folgen konnte.
Diakonin Gabi Neumann-Beiler und Elke Greß, Leiterin der Bücherei in Spiegelau, konnten zahlreiche Zuhörer begrüßen, was bei der Dichte gleichzeitig stattfindender Veranstaltungen nicht selbstverständlich war. In einem kurzen Abstecher ging Reimeier darauf ein, wie schwer es Gedichte überhaupt haben, angenommen zu werden. In der Verbindung mit der Kunst wird der Zugang erleichtert. Zeit für eigene Gedanken zu den einzelnen Werken hatten die Zuhörer, was natürlich zu einer großen Vielfalt von Interpretationsmöglichkeiten führte. Der Vergleich jedoch mit Reimeiers Ausführungen war bei jedem Gedicht spannend und interessant.
Gelegenheit, sich auszutauschen, gab es nach der Verabschiedung durch Gabi Neumann-Beiler und Elke Greß bei Brot und Wein in ausreichendem Maße, wobei Elke Greß mit einem kleinen Geschenk an Gabi Neumann-Beiler an deren kürzlich stattgefundenen Geburtstag erinnerte. Jochen Michel, der Künstler selbst, freute sich sehr über die Wertschätzung seiner Skulpturen und sprach allen seinen Dank aus. Nach intensiven Gesprächen untereinander endete wieder einmal eine gelungene Veranstaltung in der Martin Luther-Kirche.
Text und Foto: Gabi Neumann-Beiler
