Mit einem Festgottesdienst am Reformationstag gedachte die evangelische Kirchengemeinde Eggenfelden an ihr 75-jähriges Gemeindegründungs-Jubiläum. Drei Gemeindeglieder erzählten von ihren Erfahrungen in der evangelischen Kirchengemeinde: (v.l.) Astrid Siegert, Helmuth Kraus, Mara Schwarzenbeck. Sitzend in der ersten Reihe (v.l.) der stellvertretende Dekan, Pfarrer Johannes Keller, Pfarrer Thomas Weinmair, Pfarrerin Dr. Ulrike Kuschel. Prädikantin Sabine Schindler, Lektor Marcus Höner.
Eine Vielzahl von Ehrengästen aus der Politik, den Religionsgemeinschaften und des öffentlichen Lebens waren in die Reformations-Gedächtnis-Kirche gekommen, um den Gottesdienst anlässlich des Jubiläums zu feiern.
Zusammen mit dem stellvertretenden Dekan, Pfarrer Johannes Keller aus Fürstenzell, Prädikantin Sabine Schindler und Lektor Marcus in Höner zog der Kirchenvorstand zu Beginn des Gottesdienstes in die Kirche ein. Astrid Siegert, Helmuth Kraus, Mara Schwarzenbeck - drei Gemeindemitglieder unterschiedlicher Generationen eröffneten den Gottesdienst mit Erfahrungen, die sie mit ihrem Glauben und der Kirchengemeinde machen und gemacht haben. Pfarrer Thomas Weinmair erinnerte daran, dass Eggenfelden vor seiner Selbstständigkeit zur Kirchengemeinde Pfarrkirchen gehörte. Sabine Schindler, Marcus Höner und Mara Schwarzenbeck lasen Verse aus Psalm 46, die vom Luthers Reformations-Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ unterbrochen wurden. Pfarrerin Dr. Ulrike Kuschel führte in eine Besinnung ein. Die beiden Lesungen wurden von Maria Bumeder und Mara Schwarzenbeck vorgetragen.
Pfarrerin Dr. Ulrike Kuschel (re) im Interview mit dem Künstler Marco Bruckner (li), dessen Ausstellung „Das Luther-Projekt“ im Gottesdienst eröffnet wurde.
Pfarrer Johannes Keller eröffnete die Festpredigt mit Beispielen aus der Reformationszeit und der evangelischen Geschichte in Eggenfelden, bei denen man ursprünglich nicht geahnt haben dürfte, was aus der begonnenen Sache werden würde. Er ging dabei auch auf das 125-jährige Errichtungsjubiläum der Bierhalle des Wolfsberger Kellers ein, die von dem, vor 100 Jahren gegründeten, „Evangelischen Verein Eggenfelden“ erworben und vor 95 Jahren zunächst zu einem Betsaal umfunktioniert wurde. Der Emporeneinbau in den sechs Jahre später zur Kirche gestalteten Raum wurde ebenso erwähnt, wie der Einbau der Jann-Orgel vor 40 Jahren. Anknüpfend an die Einweihungspredigt des Regensburger Dekans Christoph Köberlin vor 95 Jahren, sagte Pfarrer Keller, solange die Kirche aus „lebendigen Steinen“ bestehe, könne sie sich zu allen Zeiten an verändernde Gegebenheiten anpassen. Daher dürfe man angesichts aller, manchmal verunsichernden, Veränderungen getrost in die Zukunft gehen und sich gewiss sein, dass Gottes Segen über den menschlichen Bemühungen stehe.
Nach den Fürbitten begrüße Pfarrrerin Dr. Ulrike Kuschel die Festgäste. Stellvertretend für diese wurden Landrat Martin Koppmann, Bürgermeister Martin Biber und Stadtpfarrer Egon Dirscherl von Mara Schwarzenbeck interviewt und dabei auch nach Wünschen für die evangelische Kirchengemeinde gefragt.
Markus Asböck sorgte gekonnt für die passende musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. Im Anschluss nach dem Gottesdienst waren alle Gäste zu einem Empfang eingeladen. Die Ausstellung „Das Luther-Projekt“ von Marco Bruckner ist bis zum 20. November zu den üblichen Kirchenöffnungszeiten zugänglich.
Text: Thomas Weinmair, Fotos: Andrea Malota
