Kantate zum Abschied

Portrait Kirchenrat Norbert Stapfer
Bildrechte Helga Brauchler

In einem feierlichen Kantatengottesdienst am 15. März um 10 Uhr wird Kirchenrat Norbert Stapfer in Bad Füssing in den Ruhestand verabschiedet. Insgesamt 25 Jahre hat er in Europas größtem Kurort Bad Füssing gewirkt und viele Angebote in der Kurseelsorge aufgebaut. Dekan Jochen Wilde wird die Entpflichtung vollziehen. 

Im Gottesdienst erklingt die Choralkantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ für Sopran, Chor und Orchester von Felix Mendelssohn Bartholdy. 

Portrait Heidelinde Weiß
Bildrechte Weiß

Heidelinde Schmid (Sopran), der Bad Füssinger Kantatenchor, Karin Wisgalla (Orgel) und das Streichorchester der Christuskirche musizieren unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Jürgen Wisgalla. Die Predigt zum Text und der Musik der Kantate wird Pfarrer Norbert Stapfer halten.

Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es einen Empfang im Gemeindehaus, bei dem die Gemeinde sowie die geladenen Ehrengäste aus Politik und Kirche die Möglichkeit haben, sich persönlich von ihm zu verabschieden.

Eine Woche später, am Sonntag, 22. März 2026, erklingt das Werk aus der Feder von Mendelssohn Bartholdy erneut um 10:00 Uhr in einem ökumenischen Kantaten-Gottesdienst in der Emmauskirche Bad Griesbach.  Text: Wisgalla/Mauch

 

 

Vom Seelsorger zum Ruheständler 

Ein Interview mit Kirchenrat Norbert Stapfer geführt von Dr. Claudia Stadelmann-Laski

Lieber Norbert, nun ist es tatsächlich so weit: du gehst am 1. April in den Ruhestand. Worauf freust du dich am meisten?

Am meisten freue ich mich darauf, endlich Zeit für die Dinge zu haben, die bisher zu kurz kamen. Außerdem ist es schön, keine Termine mehr wahrnehmen zu müssen – außer den unvermeidlichen Arztterminen, die im Alter bekanntlich zunehmen!

Du hast in den insgesamt 25 Jahren deines Wirkens hier in Bad Füssing vieles aufgebaut. Ich könnte mir vorstellen, dass du manches vermissen wirst. Wie geht es dir damit?

Sofern die Kurseelsorge, die Pfarrer Peter Ganzert damals in Bad Füssing aufgebaut hat und die ich versucht habe weiterzuführen, auch weiterhin das Erscheinungsbild unserer Gemeinde prägen wird, geht es mir gut.

Faschingsgottesdienst, Kirche und Kino, Kaffeenachmittage, Weinabende, Abendmusiken, meditative Spaziergänge und zuletzt der Kirchenradweg sind - um nur ein paar zu nennen - fest mit deiner Person verbunden. Was war denn dein ganz persönliches Highlight?

Ganz besonders beeindruckt hat mich das Interview mit Kai Diekmann (Anm. d. Red.: ehemaliger Chefredakteur der BILD), das Max und Sven Fischer damals in der „Hecke“ veranstaltet haben. Herausragende Veranstaltungen waren zuletzt auch die Moderationen bei den Aufführungen des Kurorchesters. Da wird es am 8. März ein weiteres Highlight geben mit „Musik aus der Bibel“.

Was vielen nicht klar ist: durch die neue Landesstellenplanung ist dein Arbeitsbereich seit zwei Jahren direkt der Landeskirche zugeordnet. Wie wird es denn in der Kurseelsorge jetzt weitergehen?

Im letzten Landesstellenplan ist für Bad Füssing nach wie vor eine ganze Stelle für die Kurseelsorge vorgesehen. Was der kommende Landesstellenplan vorsieht, wird sich zeigen. Ich hoffe sehr, dass es für Bad Füssing zumindest eine halbe Stelle geben wird. Doch das liegt in den Händen der Landeskirche und des Dekanats Passau.

Für unsere Gemeinde warst und bist du ein wichtiger Ansprechpartner und du hast ja auch die meiste Zeit das Pfarramt geleitet. Auch das wurde mit dem letzten Landesstellenplan geändert. Was bedeutet das für die Ortsgemeinde?

Es wird alles so weiterlaufen wie bisher, denn seit zwei Jahren ist Pfarrer Joachim von Kölichen Pfarramtsführer und als Gemeindepfarrer, wie auch seine Vorgänger, Ansprechpartner für die Ortsgemeinde.

Einen Großteil deiner Arbeit machte die Seelsorge aus, etwas, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hat. Wie bewertest du im Rückblick deine seelsorgerische Arbeit?

Die wesentliche Aufgabe der Kurseelsorge war und ist, für Menschen Zeit zu haben, ihre Sorgen, Nöte und Ängste wahrzunehmen und ihnen zu vermitteln: „Du bist Gottes geliebtes Kind“. Der künftige Kurseelsorger/Kurseelsorgerin sollte auf jeden Fall seelsorgerliche und pastoralpsychologische Kompetenz mitbringen.

Du wolltest zum Rentenbeginn nie eine große Verabschiedung. Allerdings hast du dich mittlerweile in dein Schicksal gefügt. Was hat dich dazu bewogen, deine Meinung zu ändern?

Ich habe meine Meinung diesbezüglich nicht geändert. Ich hätte mich gefreut, wenn der Kantatengottesdienst ohne Empfang am 15. März mein letzter Gottesdienst in der Christuskirche gewesen wäre. Da hätte mir der Dekan die Urkunde überreichen und Kurgäste und Gemeinde hätten sich verabschieden können. Mein Wunsch wurde hier nicht berücksichtigt und ich musste mich dem äußeren Druck fügen. Vor zwei Jahren hat Bürgermeister Tobias Kurz bei der Überreichung der Bürgermedaille meine Arbeit in einer sehr ehrlichen und verständnisvollen Laudatio gewürdigt. Das hätte gereicht!

Lieber Norbert, ich denke, alle, die dich in den Jahren deines Wirkens kennen und schätzen gelernt haben, sind dennoch sehr froh, sich von dir persönlich verabschieden zu können und gemeinsam mit dir auf deine 25 Jahre hier in Bad Füssing zurückblicken zu dürfen. Am 15. März nach dem Kantatengottesdienst werden beim Empfang sicherlich viele die Gelegenheit dazu nutzen! Du wirst in Bad Füssing bleiben, hast du konkrete Pläne für deinen Ruhestand?

Es gibt ein paar Ideen: z.B. Bordseelsorger, Inselpfarrer – aber zuerst ist jetzt mal Ruhe angesagt!

Vielen Dank für deine ehrlichen Antworten! Alles Gute und Gottes Segen für hoffentlich noch viele erfüllte Jahre in Bad Füssing!