Die Juristin übernimmt Leitung der Landessynode
Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) hat eine neue Präsidentin gewählt: Tanja Keller aus München übernimmt das Amt der Synodenpräsidentin. Die 108 Mitglieder des Kirchenparlaments entschieden sich am Montag in Bayreuth im ersten Wahlgang für die 60-jährige Juristin. Sie setzte sich gegen ihre Gegenkandidatin, die Diplom-Sozialpädagogin Sabine Geyer aus Cadolzburg, durch.
Keller ist seit 2020 Mitglied der Landessynode und war die letzten sechs Jahre im Landessynodalausschuss. Beruflich ist sie Richterin am Arbeitsgericht Regensburg. Darüber hinaus engagiert sie sich seit vielen Jahren insbesondere in den Bereichen Digitalisierung der Justiz und Frauenförderung.
In ihrer Rede beschrieb Keller die Arbeit der Synode mit dem Bild des Pilgerns: Die Synode gleiche einer vielfältigen Pilgergruppe – mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Perspektiven und Erfahrungen, aber mit einem gemeinsamen Ziel. Aufgabe der Präsidentin sei es, diese Gruppe zu begleiten, Orientierung zu geben und darauf zu achten, „dass wir keine Einzelkämpferinnen und -kämpfer bleiben, sondern dass wir gemeinsam unterwegs sind“.
Die große Vielfalt innerhalb der Synode verstand Keller dabei als Stärke: „So viel Erfahrung, Wissen, so wichtige Herzensthemen – was für ein großartiger Proviant für den Weg!“ Entscheidend sei es, diese Ressourcen zu teilen und fruchtbar zu machen.
Zentral sei für sie das gemeinsame Arbeiten: Es gehe darum, Wege zu finden, „die für alle gangbar sind“, und als Synode zusammenzubleiben. Eine Schlüsselrolle komme dabei der Kommunikation in alle Richtungen zu. Dies betreffe sowohl die Zusammenarbeit innerhalb der Synode als auch die Kommunikation nach außen in Gemeinden, Gesellschaft, Politik und Verbände. Wichtig sei es, „die Richtung, wohin es geht“, ebenso sichtbar zu machen wie die erreichten Etappenziele.
Für die kommende Synodalperiode betonte Keller die Notwendigkeit eines klaren und zügigen Starts: „Wichtig ist mir, dass wir ins Laufen kommen, damit wir schnell arbeitsfähig werden.“ Gleichzeitig sprach sie sich dafür aus, frühzeitig an einer Vision für die Kirche der Zukunft zu arbeiten: „Der Wunsch besteht, an einer Vision der Kirche der Zukunft zu arbeiten und damit unserer gemeinsamen Reise ein inhaltliches Ziel zu geben.“
Angesichts knapper werdender Ressourcen machte sie deutlich: „Einfach weiter so – das wird nicht mehr funktionieren.“ Die Landessynode habe die Aufgabe, Orientierung zu geben, Rahmenbedingungen zu schaffen und Entwicklungen vor Ort zu ermöglichen.
Ihr Verständnis von Leitung sei dabei von Zusammenarbeit geprägt. Synode, Landesbischof und Landeskirchenrat seien „gleichrangig nebeneinander und miteinander“ unterwegs. Wenn es gelinge, dieses gemeinsame Unterwegssein sichtbar zu machen, könne dies „auf die ganze Landeskirche ausstrahlen“.
Landesbischof Christian Kopp würdigt die Wahl als wichtiges Signal für die kommende Amtszeit: „Mit Tanja Keller gewinnt die Synode eine erfahrene Persönlichkeit, die juristische Kompetenz, breite kirchliche Erfahrung und einen klaren Blick für die Herausforderungen in unserer Kirche mitbringt.“
Die Landessynode der ELKB umfasst 108 Mitglieder und wird für die Dauer von sechs Jahren gewählt. Sie entscheidet über den Haushalt der Landeskirche, beschließt Gesetze und wählt den Landesbischof bzw. die Landesbischöfin.
Text: Christine Büttner, Foto: ELKB
