Outdoor-Konferenz im Kurbad

Pfarrin Schnütgen und die Teilnehmer:innen an einer Station des Emmauswegs
Bildrechte Dekanat/Mauch

Die Schattenplätze waren begehrt. Bei hochsommerlichen Temperaturen fand die Dekanatskonferenz am 13. Juli in Bad Griesbach im Freien statt und hatte einen besonderen spirituellen Schwerpunkt. Im Mittelpunkt standen die Begehung des Emmaus-Pilgerwegs und die Feier eines Gottesdienstes in der Tradition der Wild Church mit Kurseelsorgerin Dr. Tatjana Schnütgen.  An den Stationen des Emmauswegs gab es spirituelle Impulse. Links im Bild befindet sich eine rostbraune Stahlskulptur der Emmausjünger. Im Hintergrund ist die ökumenischen Emmauskirche zu erkennen.

Im Zweistundentakt bimmelt das Glockenspiel der Emmauskirche ein Kirchenlied. Deshalb begann die Dekanatskonferenz Punkt 15 Uhr am Turm der Emmauskirche. Die Teilnehmer:innen lauschten dem Glockenspiel „Der Geist des Herrn erfüllt das All“.   Anschließend führte Pfarrerin Dr. Tatjana Schnütgen ihre Kollgeg:innen in die Kirche. Nach einer kurzen Begrüßung durch Dekan Jochen Wilde zur Dekanatskonferenz amicable, die traditionell immer vor der Sommerpause stattfindet, hatten die 13 Teilnehmer:innen zunächst die Gelegenheit die ökumenische Emmauskirche auf eigene Faust zu erkunden und Fragen zu stellen. Pfarrerin Schnütgen erklärte das Konzept der „Zweiheit“ des Architekten Norbert Liebich. In der ökumenischen Kirche sind überall „Zweiheiten“ zu finden. Am Altar, am Pult, an den Säulen, im Fußboden, es gibt zwei Sakristeien und zwei Kapellen – aber zusammen bilden sie eine Kirche.

Pfarrerin Sibbor-Heißmann und die Teilnehmer:innen an einer Station.
Bildrechte Dekanat/Mauch

Pfarrerin Sonja Sibbor-Heißmann wechselte sich an den Stationen des Emmauswegs mit Pfarrerin Schnütgen ab. Die Teilnehmer:innen suchten den Schatten.

Zu einem „Walk-to-Talk“ wurde die Emmauswanderung entlang der 8 Stationen des Emmaus-Pilgerwegs durch das Kurgebiet mit Therme, Hotels, Geschäften und Einkehrmöglichkeiten hinauf zum Rosenhügel. Im Wechsel gestalteten Pfarrerin Schnütgen und Pfarrerin Sonja Sibbor-Heißmann die Stationen mit spirituellen und körperlichen Impulsen zu den Themen „Aufbrechen“, „Sich erinnern“, „Wie blind sein“, „Ins Wort bringen“, „Zusammenhänge sehen“, „Sich entscheiden -Einladen“, „Den Blick weiten“ und „Wieder ins Leben kommen“.

Höhepunkt der amicablen Konferenz war ein einstündiger Schöpfungsgottesdienst von Pfarrerin Tatjana Schnütgen im Kurwald in der Tradition der nordamerikanischen Wild Church. "Mit der Wildnis feiern. Waldkirche." - mit dem Ziel, sich für die Schöpfung zu öffnen, die Natur intensiv wahrzunehmen und zu danken.  Zu den Elementen gehörten unter anderem leichte Atemübungen, ein Körpergebet, das Alleinsein in der Natur, das Spüren des Windes, das Hören der Geräusche des Waldes, das Ankommen in der Gegenwart mit allen Sinnen, das Sprechen über das Wahrgenommene und das Schweigen, das Singen und das Beten. „In der Kathedrale des Waldes sind wir unseren Mitgeschöpfen näher und kommen auch uns selbst näher.“ Der Gottesdienst endete mit einem irischen Segen und dem Lied „Der Frieden der Erde“.

Im Anschluss an diese besondere Dekanatskonferenz gab es ein gemeinsames Essen und Gespräche in einer Lokalität des Kurortes.
Text und Fotos: Hubert Mauch