Maria Schmolln stand ganz im Zeichen der diesjährigen Mitgliederversammlung des Vereins „Europäischer Pilgerweg – VIA NOVA“. Zahlreiche Mitglieder, Pilgerwegbegleiterinnen und Pilgerwegbegleiter sowie Gäste aus den Regionen entlang der VIA NOVA kamen zusammen, um gemeinsam auf ein bewegtes Pilgerjahr zurückzublicken und die Zukunft des europäischen Pilgerwegs mitzugestalten. (v. l. n. r.): Bürgermeister Norbert Heller (Maria Schmolln), Hans Mandlmaier (Rotthalmünster), Margit Moritz (Altheim), Matthias Geyer (Passau), Helga Grömer (Passau), Berta Altendorfer (VIA NOVA-Gesamtleitung, Mattsee), Martin Voggenberger (Munderfing) sowie Johann Jurgovsky (Aufhausen, Landkreis Regensburg).
Bereits vor Beginn der Versammlung nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, die beeindruckende Wallfahrtskirche sowie den liebevoll gestalteten Marien- und Klostergarten zu besichtigen. Die Damen des Vereins zur Förderung und Erhaltung des Klostergartens verwöhnten die Gäste mit regionalen Köstlichkeiten direkt aus dem Garten: aromatische Kräutersäfte, hausgemachte Aufstriche und kleine Spezialitäten aus eigener Ernte vermittelten eindrucksvoll, wie eng Nachhaltigkeit, Regionalität und Gastfreundschaft entlang des Pilgerwegs miteinander verbunden sind.
Bürgermeister Norbert Heller stellte den Gästen seine Gemeinde vor und betonte die große Bedeutung des Pilgerns für die Region. Maria Schmolln sei stolz darauf, als traditionsreicher Wallfahrtsort Teil des Europäischen Pilgerwegs zu sein. Besonders erfreulich sei die stetig wachsende Zahl an Pilgerinnen und Pilgern, die neben spirituellen Erfahrungen auch die landschaftliche Schönheit und kulturellen Besonderheiten entlang der VIA NOVA entdecken möchten.
Die Pilgerwegbegleiter:innen Christa Holler und Margit Moritz und Hans Mandlmaier blickten auf das Jubiläumsjahr 2025 zurück und berichteten von Begegnungen und Erlebnissen der Sternpilgerwanderung sowie vom großen Zusammentreffen beim Pilgerfest in Mining. Die Schilderungen machten deutlich, wie sehr das gemeinsame Unterwegssein Menschen verbindet und neue Perspektiven eröffnet.
Einen wichtigen Impuls setzte Roland Stiegler mit seinem Beitrag zum Thema „Nachhaltigkeit, Tourismus und Pilgern“. Dabei wurde sichtbar, welches Potenzial das Pilgern heute als sanfte und klimafreundliche Reiseform besitzt. Immer mehr Menschen suchen bewusste Auszeiten, naturnahe Erlebnisse und entschleunigte Formen des Reisens.
Das Team „offene Denkwerkstatt“ freut sich über die Ergebnisse ihres Workshops
Durch das Programm führte Helga Grömer aus Passau. Sie präsentierte die Ergebnisse der „offenen Denkwerkstatt“ und gab einen Ausblick auf die zukünftige Ausrichtung sowie geplante Aktivitäten der VIA NOVA. Besonders hervorgehoben wurde die beeindruckende Dimension des Europäischen Pilgerwegs mit seinen rund 1.200 Wegkilometern zwischen Weltenburg, St. Wolfgang und Příbram. Der Weg verbindet Regionen, Kulturen und Menschen über Grenzen hinweg und stärkt zugleich die Identität der beteiligten Gemeinden.
Gleichzeitig wächst das Bewusstsein, die Entwicklung künftig stärker regional auszurichten. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden weiter zu intensivieren und die regionale Belebung nachhaltig zu stärken. Die Mitgliederversammlung sprach sich daher klar für eine Regionalisierung des Projekts aus und stimmte der konkreten Ausarbeitung dieses Zukunftsmodells zu.
Das Treffen in Maria Schmolln zeigte eindrucksvoll: Pilgern ist längst mehr als das Gehen auf alten Wegen. Es verbindet Spiritualität mit Naturerlebnis, Kultur mit Gastfreundschaft und regionale Identität mit nachhaltigem Tourismus – und wird damit zu einem wertvollen Zukunftsprojekt für den ländlichen Raum.
Text und Fotos Verein Europäischer Pilgerweg
