Pfarrerin Sonja Schuster starb am Montag, 28. September, überraschend nach langer Krankheit, wenige Tage vor ihrem 58. Geburtstag. Sie war eine Pfarrerin mit Leib und Seele und lebte die Verbindung von „Religion“ und „Natur“. Seit über 19 Jahren war sie Pfarrerin in Grafenau und hinterlässt dort eine große Lücke. Sie war eine überaus geschätzte Seelsorgerin. Ihre warmherzige und freundliche Ausstrahlung wird in der Gemeinde und bei ihren Amtskolleg:innen in Erinnerung bleiben. Wenn es um die Sache ging, konnte sie sich jedoch mit Hartnäckigkeit und Entschiedenheit durchsetzen.
Bevor sie die Pfarrstelle in Grafenau innehatte, absolvierte sie ihr Lehrvikariat von 1998 bis 2002 in Altötting im Dekanatsbezirk Traunstein. Ihre Zeit als Pfarrerin zur Anstellung verbrachte sie in der evangelischen Gemeinde Wasserburg im Dekanatsbezirk Rosenheim.
In ihrer Gemeinde setzte sie sich sehr für die Begleitung und Unterstützung von Geflüchteten, für Klimagerechtigkeit und Umweltschutz sowie für unsere Demokratie ein. So nahm sie unter anderem an der Mahnwache gegen Rechts teil.
Mit der Stelle in Grafenau waren verschiedene Zusatzaufgaben verbunden. Von 2011 bis 2022 wirkte sie segensreich als Schulreferentin im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk, war in die Tourismusseelsorge im Bayerischen Wald involviert und leitete den Religionspädagogischen Arbeitskreis. Darüber hinaus war sie Mitglied in der Dekanatssynode, im Dekanatsausschuss und im Bauausschuss des Dekanatsausschusses. Mit einem Antrag bei der Landessynode setzte sie sich zusammen mit ihrer Kollegin Ulrike Kuschel für die Christinnen und Christen in der Diaspora ein.
„Eine evangelikale und missionarische Grundhaltung passen nicht zu meiner Theologie“ zitierte Dekan Jochen Wilde die Theologin, als er den Dekanatsausschuss über den Tod der geschätzten Kollegin informierte. Gerade dadurch wirkte sie auf diese Weise evangelistisch und missionierend, weil sie auch auf kirchenferne Menschen zugehen konnte und deren Sprache und Anliegen hörte und aufnahm.
Die Beisetzung wird von Dekan Jochen Wilde und Pfarrer Thomas Weinmair im engsten Familienkreis durchgeführt. Die Trauerfeier in der Christuskirche in Grafenau findet am Dienstag, 6. Oktober, um 14 Uhr statt. Im Anschluss daran wird Vertrauenspfarrerin Sabine Hofer für das Dekanatskapitel in der Christuskirche einen Nachruf sprechen.
Text und Foto: Hubert Mauch
