Christus ist auferstanden

Dekan Wilde beim Austeilen des Abendmahls in der Stadtpfarrkirche.
Bildrechte Dekanat/Mauch

Mit einem Liedgottesdienst feierten am Ostersonntag die Passauer Evangelischen in der Stadtpfarrkirche die Auferstehung. Im Mittelpunkt stand das Osterlied „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“ von Paul Gerhardt, der vor 350 Jahren verstarb. Kirchenmusikdirektor Ralf Albert Franz gestaltete den Gottesdienst mit fulminanten Klängen an der Orgel. Die Predigt hielt Dekan Jochen Wilde, auf dem Foto zu sehen beim Austeilen des Abendmahls.

„Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Auf der ganzen Welt rufen sich heute Christen auf der ganzen Welt diese Botschaft zu.“ Mit diesen Worten begrüßte Dekan Wilde am Ostersonntag die zahlreichen Gottesdienstbesucher in der evangelischen Stadtpfarrkirche. Diese freudige Botschaft kommt besonders in dem geistlichen Gassenhauer von Paul Gerhardt zum Ausdruck. „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden ist das Osterlied schlechthin“ sagte er. In seiner dreiteiligen vom Singen des Liedes unterbrochenen Predigt wies er auf die „überbordende Freude“ über das Ostergeschehen im Liedtextes Gerhardts hin. „Weil der Tod jetzt überwunden ist, kann gelacht, gesungen und getanzt werden.“

Dekan Wilde bei der Predigt am Pult der Stadtpfarrkirche.
Bildrechte Dekanat/Mauch

Dekan Jochen Wilde predigte im Liedgottesdienst am Ostersonntag zu Paul Gerhardt.

Paul Gerhardt schrieb den Liedtext im Dreißigjährigen Krieg, einem der grausamsten Kriege der Geschichte. Der Kantor der Berliner Nikolaikirche, Johann Crüger, verpasste dem Text einen italienischen Tanzrhythmus. Dadurch erhielt die Melodie einen beschwingten und leichten Charakter. So entstand ein "Osterwalzer". Das Entscheidende, was Gerhard in den wenigen Anfangszeilen des Liedes zum Ausdruck bringe, sei „die Wirkung von Ostern“, analysierte Dekan Wilde den Text.

Im Lied werde der Blick auf die Gegenwart, das eigene Leben und die Gesellschaft gelenkt. „Aus Angst soll Mut werden, Trauer soll sich in Hoffnung und Zuversicht wandeln.“ Es siege die Macht der Liebe. Der Glaube trage eine mitreißende Hoffnung und eine lebendige Kraft in sich.

Dieses Lied vermittle, dass es Standfestigkeit und festen Halt brauche, um im Strom des Lebens nicht aufgerieben zu werden. Paul Gerhardt hatte dies im Dreißigjährigen Krieg erlebt. Als Pfarrer und auch privat stand er fast täglich auf dem Friedhof. Drei seiner vier Kinder, seine Ehefrau und sein Bruder starben. Sein Gottvertrauen und seine Zuversicht auf ein Leben nach dem Tod ließen ihn diese schweren Schicksalsschläge bestehen und einen Osterwalzer schreiben.
Text und Foto: Hubert Mauch