Gottes Geleit für Bayerwald-Botschafterin

Einführung Gabi Neumann-Beiler
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Einführungsgottesdienst für Diakonin Gabriela Neumann-Beiler als Urlauberseelsorgerin

Mit Segenswünschen und dem Auflegen ihrer Hände erbaten Diakon Peter Barbian (v.l.), Dekan Jochen Wilde, Kirchenrat Thomas Roßmerkel, Diakonin Johann Füssel (verdeckt) und Dekan Magnus König Gottes Hilfe für Diakonin Gabi Neumann-Beilers neue Aufgabe.

Spiegelau. Fast auf den Tag neun Monate nach ihrem Abschied als Diakonin im Sprengel Spiegelau, füllte sich die Martin-Luther-Kirche am späten Sonntagnachmittag wieder auf Einladung von Gabriela Neumann-Beiler (62). Dieses
Mal zu ihrem Einführungsgottesdienst als Urlauberseelsorgerin für die Stelle „Kirche und Tourismus Bayerwald“ im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Passau und als Religionslehrerin an sechs Schulen im Grafenauer Land.
Mit ihr waren deshalb am Altar versammelt: Dekan Jochen Wilde aus Passau, Kirchenrat Pfarrer Thomas Roßmerkel (Referent für Kirche und Tourismus in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern), Diakon Peter Barbian (Senior der Rummelsberger Brüderschaft), Diakonin Johanna Füssel (Regionalgruppe Bayerischer Wald der Diakoninnengemeinschaft Rummelsberg), Schulreferent Oliver Weindel (Evang.-Luth. Dekanat Passau), FRG- Dekan Magnus König als Vertreter der katholischen Kirche und Peter Siegert, Mitglied des Kirchenvorstandes Grafenau, der die Begrüßung übernahm.

Glauben im Sinne von Lebenshilfe

„Näher zu den Menschen – darin liegt die Zukunft der Kirche. Wir müssen weg von den negativen und teilweise überholten Strukturen und weltfremdem Gebaren und attraktiver werden für religiös ansprechbare Menschen. Die neu geschaffene Stelle ‘ Kirche und Tourismus Bayerwald‘ versteht den Glauben im Sinne einer Lebenshilfe.
Und für diese Stelle ist Diakonin Gabi Neumann- Beiler wie geschaffen. Sie hat in ihrer Verbindung zu Gott und inihrer Empathie und Nächstenliebe für die Menschen in den vergangenen Jahrzehnten eine starke Verbundenheit zur Region entwickelt und ein lebendiges und tragfähiges Netzwerk aufgebaut“, sagte Dekan Wilde einleitend.
Er wünschte ihr, dass sie weiterhin an diesem Netzwerk baue und sie sich ihre Leidenschaft, Freude und Lust an dieser Arbeit erhalte, um deutlich zu machen, dass es sich lohne, mit Gott und diesem Glauben zu leben.

Einführung Diakonin Neumann-Beiler
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Diakonin Gabi Neumann-Beiler hatte selbst „eine kleine Geschichte im Rucksack“.


Peter Barbian, der Senior der Rummelsberger Brüderschaft, definierte die Aufgaben eines Diakons/einer Diakonin mit Hinschauen, wahrnehmen, Kontakt aufnehmen, in Beziehung treten, sehen, was zu tun ist, erkennen, was Not wenden kann – in Wort und Tat. „Dieser besondere Blick auf die Wirklichkeit wird in der Tourismusarbeit noch ergänzt um Kultur, Kunst, Musik, Sinn und Liebe zur Natur. Dies alles und mehr bringt Gabi mit“, machte der Diakon klar, warum Neumann-Beiler für ihren neuen Job prädestiniert sei. „Sie nimmt ihren Auftrag sehr ernst, hat viele Ideen und denkt ökumenisch. Sie hat einen liebenden Blick für die Menschen und was sie brauchen, eingebettet in hohe Kompetenz. Machen Sie sich auf was gefasst!“ „warnte“ er zum Schluss seiner Ausführungen. 

Kirche muss dorthin, wo Menschen sind

Statt einer Predigt stellte Kirchenrat Roßmerkel die biblische Begründung für eine Stelle „Kirche und Tourismus Bayerwald“ vor. Er berichtete aus der Apostelgeschichte von der Begegnung eines Kämmerers aus Äthiopien auf seiner Individualreise nach Jerusalem mit dem Apostel Philippus. Der Kämmerer lässt sich von Philippus taufen und zieht dann – von seelischer Last befreit – fröhlich seines Weges. „Diese Geschichte ist ein Leitbild für unseren Dienst an den Gästen. Als Kirche können wir nicht auf die Menschen warten, sondern wir müssen uns dahin aufmachen, wo Menschen sind – in die Natur, zur Landesgartenschau in Freyung, bei spirituellen Wanderungen, beim Pilgern...“

Zum Ende des Gottesdienstes zog Neumann-Beiler selbst eine kleine Geschichte aus ihrem vielgebrauchten Wanderrucksack. Darin diskutierten Heilige, welcher Weg, Gott zu dienen, der beste sei. Petrus schließlich löste das Rätsel. Alles sei möglich: Lehre und Gebet, Fasten und Essen, Reden und Schweigen, Lachen und Trösten ...Das Fazit: „Wichtig ist, darauf zu achten, zu welchem Weg einem sein Herz zieht – dann geht er mit ganzer Kraft. Gehen wir also gemeinsam – jeder mit dem, was er kann!“, forderte die Diakonin ihre Gäste auf und lud nach den Grußworten an dem lauen Frühlingsabend zu Gesprächen und Begegnungen bei Brot und Wein vor der Kirche ein. 

Bericht und Fotos: Langesee/PNP