Dekanatskonferenz informiert sich über eine neue Zeiterfassungs-Software, aufblühende Gemeinden und das Jahresthema der EBO
„Ein spannendes Jahr 2026“ versprach Dekan Jochen Wilde (Mitte) bei seiner Begrüßung zur ersten Dekanatskonferenz in diesem Jahr am Montag, 19. Januar im Evangelischen Zentrum Passau. Gleich drei Referenten waren eingeladen: Kirchenrat Christoph Burger (li) aus Augsburg, der die Software Timebutler vorstellte, Pfarrer Bernhard Schröder (re) aus Attersee vom Institut zur Erforschung von Mission und Kirche (IMK) und Dr. Carsten Lenk, Geschäftsführer von Evangelische Bildung in Ostbayern (EBO) aus Regensburg.
Timebutler ist eine Zeiterfassungs-Software die in der Landeskirche schrittweise eingeführt wird. Sie ist browserbasiert, steht aber auch als App zur Verfügung und somit mobil verwendbar, erklärte Kirchenrat Christoph Burger, derzeit noch Referent der Regionalbischöfe im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern am Standort Augsburg. Bisher werden z.B. Urlaube mit sehr viel Handarbeit verwaltet. „Ab 1. Juli brauchen Sie keine Urlaubskarte mehr“ prophezeite Burger in die Theolog:innenrunde. Es sei ein intuitives Tool, das die Urlaubs-, Anwesenheits- und Krankheitsverwaltung erheblich vereinfacht und transparent macht. Die Vorteile seien deutlich: mit weniger Papieraufwand, kurze Urlaubsgenehmigungszeiten, Klarheit über den Resturlaub und Übersichtlichkeit bei Vertretungen. Außerdem entlaste Timebutler die Verwaltung.
Um „Gemeindliches Wohlbefinden“ ging es bei Referent Bernhard Schröter vom IMK, das seinen Sitz im oberösterreichischen Ort Attersee am Attersee hat. Das Institut wird von März bis April eine wissenschaftliche Befragung der Gemeindemitglieder im Dekanatsbezirk Passau durchführen. Dabei sollen möglichst viele Mitglieder befragt werden. Das Werkzeug dafür stammt aus der internationalen Forschung zum „human flourishing“. Es eröffnet einen überraschend hilfreichen Blickwinkel und untersucht, was Menschen und Gemeinschaften aufblühen und wachsen lässt. Auf dieser Grundlage hat das IMK ein theologisch fundiertes und wissenschaftliches Messinstrument für „kirchengemeindliches Wohlbefinden“ entwickelt. Das Projekt steht unter der Überschrift „Kirche, die aufblüht“. Bei der Befragung werden das Individuum, die Kirchengemeinde und der Sozialraum im Blick sein. „Es ist wichtig, dass möglichst viele Mitglieder eine Kirchengemeinde befragt werden.“ Die Daten werden anhand eines Online-Fragebogens erhoben. Die Auswertung ermöglicht zu sehen, wo es uns in unserem gemeindlichen Leben gut geht und wo sich Wachstumspotenzial verbirgt. Jede teilnehmende Gemeinde erhält eine gesonderte Auswertung.
Deutschlandweit haben nur zwei Dekanatsbezirke (Passau und Karlsruhe) die Möglichkeit an dieser Befragung teilzunehmen. „Das ist ein tolles Angebot des IMK und eine Chance, die wir nutzen wollen“ betonte Dekan Jochen Wilde „um fundiert herauszufinden was Menschen und Gemeinden bei uns aufblühen lässt, was ihre Schätze sind.“
Einen Ausblick auf das Jahr 2026 gewährte Dr. Carsten Lenk aus der Sicht der Evangelischen Bildung in Ostbayern. Er stellte das Jahresthema „Ehrenamt“, Ideen und Bestrebungen vor. Neu ist, dass das Jahresthema erstmals über einen längeren Zeitraum angelegt ist. Das sei gerade bei dem Thema Ehrenamt notwendig. Dabei geht es um die Gewinnung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen. Das EBO werde die Kirchengemeinden dabei aktiv unterstützen. Geplant sind unter anderem Online-Infotreffen für Ansprechpartner:innen in den Kirchengemeinden.
Des Weiteren wies Dr. Lenk auf das 400. Gedenkjahr zu den Glaubensflüchtlingen hin, die nach Ortenburg kamen. Dazu wird am Ostermontag in der Ortenburger Schlosskapelle die Ausstellung „Evangelische Migrationsgeschichte(n)“ eröffnet. Sie erzählt die Lebensgeschichten von protestantischen Migrantinnen und Migranten aus fünf Jahrhunderten – vom Poitou bis in die Karpaten. Über die Exulanten die damals von Ortenburg nach Regensburg weiterzogen hält Dr. Bernhard Lübbers, Direktor der Staatlichen Bibliothek Regensburg, am 16. April in der Marktgemeinde einen Vortrag.
Text und Foto: Hubert Mauch
