Beim Halleluja-Reggae klatschen alle mit. Musikgottesdienst mit Liedern aus dem neuen Gesangbuch mit der Band „Reaching Heaven“ aus Nürnberg im Emmauszentrum Bad Griesbach. Die Predigt hielten Kurseelsorgerin Dr. Tatjana Schnütgen und Dekan Jochen Wilde im Wechsel. Der Gottesdienst wurde in die Gebärdensprache übersetzt.
„Nun danket alle Gott“ war bei diesem Gottesdienst am Samstag, 7. Februar in der ökumenischen Emmauskirche wohl der einzige Kirchenliedklassiker. Die Band des Popularmusikverbandes für die Evangelischer Kirche in Bayern hatte von Rock über Pop bis Reggae sozuhören alles drauf. Gesungen wurde in Deutsch und in Englisch. Die Lieder stammten alle aus dem neuen Gesangbuch, das derzeit erarbeitet wird, Lieder, die in den letzten 20 Jahren entstanden sind, erzählt Bandleader Kirchenmusikdirektor Michael Martin und schon längst in Jugendgottesdiensten gesungen werden.
Bei seiner Begrüßung durften auch die Gäste zu Wort kommen und ihre Meinung zum Thema Gesangbuch kundtun. „Wenn die Predigt langweilig ist, kann man im Gesangbuch blättern. Es ist eine Predigtüberbrückungshilfe.“ oder „Das Gesangbuch ist mein wichtigstes Buch neben der Bibel. Es enthält die Kernaussagen des evangelischen Glaubens.“
(v.l.n.r.) Dekan Jochen Wilde, Gebärdenübersetzerin Sophie Torberg, Sängerin Sarah Buchdrucker, Pfarrerin Dr. Tatjana Schnütgen, KMD Michael Martin und Schlagzeuger Georg Hertlein.
Die Liedpredigt von Pfarrerin Schnütgen und Dekan Wilde widmete sich dem Lied „Wasser wird Wein“. Es ist ein Lied, so Wilde. das auf den ersten Blick dick aufträgt, eine Nummer zu groß scheint. Aber es gebe diese großen Momente der Glaubenserfahrung, bei denen ich aus mir herausgehe, über mich hinauswachse. „Unser Glaube braucht solche Erfahrungen, die uns aus dem grauen Alltag herausheben… Kostbare Höhepunkte, die uns inspirieren…“
Für Kurseelsorgerin Schnütgen ist singen eine besondere Erfahrung. „Beim Singen bin ich nah am Atem. Der Atem trägt den Klang meiner Stimme von mir zu anderen hin.“ Gerade diese neuen Lieder erreichten mit ihrer Sprache die häutigen Menschen, die Melodien seien leicht mitzugehen und der Rhythmus lade spontan zum Schwingen ein.
Mit dem neuen Gesangbuch sollen zeitgemäße Lieder in die Gemeinden kommen und mehr Menschen ansprechen. Dabei ist Michael Martin sehr bewusst, dass dies mit der herkömmlichen Orgel nicht funktionieren wird. Es klappt aber mit E-Piano, Gitarre und Schlagzeug, sowie mit solchen Liedern wie „When the music fades“, die „Swiftiepotential“ haben.
Text und Fotos: Hubert Mauch
