Die Dekanatskonferenz beschäftigte sich in ihrer Junitagung mit dem Thema Immobilien und den Angeboten der evangelischen Immobilienberatung Bayern equadra. Dazu hatte Dekan Jochen Wilde (re) Referent Oliver Rose (li) von equadra ins Evangelische Zentrum nach Passau eingeladen.
„Tue zuerst das Notwendige, dann das Mögliche und Du schaffst das Unmögliche“. Mit dieser Weisheit des Franz von Assisi machte Pfarrer Johannes Keller in seiner Andacht Mut für die anstehenden Entscheidungen: Was machen wir mit unseren Gebäuden? Bis Ende des Jahres muss jede evangelische Gemeinde entscheiden, welche Gebäude sie langfristig finanzieren kann. Für die übrigen muss sie andere Nutzungskonzepte finden, im Notfall verkaufen? Damit dies nicht zu vorschnell geschieht und aus dem „Unmöglichen das Mögliche werden kann“ hatte Dekan Jochen Wilde den Chef der erst kürzlich gegründeten evangelischen Immobilienberatung equadra, Oliver Rose nach Passau geholt.
Drei Dinge stelle Rose gleich klar: equadra ist nicht der verlängerte Arm der Landeskirche, als Beratungsfirma stehen wir auf der Seite der Gemeinde und es gibt keine Standartantwort. Jede Gemeinde müsse gesondert betrachtet werden. „Kirchliche Gebäude sind mehr“, sie seien ein Ort gelebten Glaubens, sozialer Verantwortung und gesellschaftlicher Präsenz. Deshalb stehe für equadra die Entwicklung vor der Abgabe. Da gebe es viele Möglichkeiten. Diese zusammen mit der Gemeinde zu erarbeiten, sei das Ziel der Beratung.
Der erste Schritt sei dabei die Erarbeitung einer Potentialanalyse. Wie diese aussehen könnte, stellte Rose an Beispielen vor. So wurde bei einem Beispiel im städtischen Umfeld aus dem Gemeindehaus ein Ort für familiengerechtes Wohnen. Aus den Erträgen kann die Gemeinde jetzt zusätzliche Angebote finanzieren. Bei einer Landgemeinde stieg die Kommune als Partner mit ein. Auch das gehöre zu den Aufgaben der Beratungsgesellschaft: Die Identifizierung von möglichen Partnern für eine gemeinsame Nutzung. Durch die Öffnung entstünden Kontakte nach außen und könne die Relevanz der Kirche steigern, sagte Rose. Das sei jedenfalls schöner, als hinter den Mauern weg zu schrumpfen. In der anschließenden Diskussion wurden auch beispielhaft die Möglichkeiten dreier Gemeinden aus dem Dekanat Passau angedacht.
Text und Foto: Hubert Mauch
