Einweihung der neuen Räume der Therapeutischen Wohngemeinschaft der Diakonie Passau durch Dekan Jochen Wilde. Die Betreuerinnen: (v.l.n.r.) Sandra Löw, Elisabeth Rogmanns, Sarah Mandl und Andrea Seiler. Dazwischen (2.v.l.) Werner Kölbl (Bereichsleiter des SpDi) und (4.v.l.) Dekan Jochen Wilde.
„Es war nicht einfach, die passenden Räume zu finden. Größe, Raumaufteilung und auch die Miete mussten stimmen“, sagte Werner Kölbl, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SpDi) der Diakonie Passau, in seiner Begrüßung zur Einweihung der neuen Räumlichkeiten. Er hoffe, dass sich alle wohlfühlen und angekommen sind. Bereits im März haben die sechs Bewohner:innen die zwei übereinanderliegenden Wohnungen in zentraler Passauer Lage bezogen. Davor war die Therapeutische Wohngemeinschaft 33 Jahre lang am Stadtrand untergebracht. Lange Zeit hatte die Diakonie nach dem Richtigen gesucht. Am Montag, 6. Juli konnten die Räume schließlich durch Dekan Jochen Wilde eingeweiht und gesegnet werden.
Mit dem Lied „Komm, bau ein Haus, das uns beschützt“ begann Dekan Wilde die Einweihung und wünschte den Bewohner:innen, dass sie sich in den neuen Räumen zu Hause fühlen und ein gutes Miteinander herrscht. Nach einem gemeinsamen Vaterunser und der Segnung im Gemeinschaftsraum besuchte er jeden einzelnen Bewohner auf seinem Zimmer, führte kurze Gespräche und spendete auf Wunsch einen Einzelsegen. Die Einweihung endete mit einer lockeren Gesprächsrunde mit Bewohner:innen, Betreuer:innen und Gästen bei Snacks und Getränken im Gemeinschaftsraum.
Das Konzept der Therapeutischen Wohngemeinschaft (TWG) ist seit 40 Jahren ein Erfolgsrezept und hat sich bewährt. Menschen mit seelischer Beeinträchtigung finden darin Halt und ein selbstbestimmtes Leben. Fachlich qualifizierte Mitarbeitende unterstützen die Bewohner:innen dabei, ihre individuellen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, den Alltag möglichst eigenständig zu gestalten und Krisen zu meistern. Von Vorteil ist dabei die zentrale Lage der beiden modernen Wohnungen, die kurze Wege zu Einkaufsmöglichkeiten, medizinischer Versorgung, Freizeitangeboten und den öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglicht und so die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördert. Das Ziel besteht darin, dass Erwachsene mit seelischer Beeinträchtigung im beruflichen und sozialen Leben wieder Fuß fassen. Die Alternativen wären entweder die totale Vereinsamung oder eine stationäre Behandlung im Bezirkskrankenhaus. Die Diakonie Passau betreibt derzeit drei Wohngemeinschaften mit elf Plätzen. 14 Personen werden durch die Betreuer des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Diakonie im eigenen Wohnraum unterstützt. Die Nachfrage ist groß.
Text und Foto: Hubert Mauch
