Praktisch und konkret

Ein Teil der Konventteilnehmer am Tisch sitzend.
Bildrechte Dekanat/Mauch

Der Dekanatskonvent Kirchenmusik beschäftigte sich mit dem neuen Gesangbuch. Dekanatskantor Ralf Albert Franz (Foto li) hatte dazu am Freitag, 18 September die Kirchenmusiker:innen des Dekanatsbezirks nach Bad Griesbach eingeladen.

Das neue Gesangbuch befindet sich noch in der Erprobungsphase. Die Organistin Jutta Braml und Pfarrer Arne Schnütgen aus der Kirchengemeinde St. Johannes in Bad Griesbach sammelten bereits jetzt erste praktische Erfahrungen mit Auszügen aus dem Gesangbuch, das erst 2029 erscheinen soll. Vor zwei Jahren wurde ihre Gemeinde für die Erprobung ausgewählt – eine von über 80 bayerischen Kirchengemeinden.

„Ein Gesangbuch ist ein Langzeitprojekt, das einen fast ein Berufsleben lang begleitet“, sagte Pfarrer Schnütgen. In seiner Studienzeit wurde das aktuelle Gesangbuch eingeführt, das war 1994. Daher sei es nicht einfach, die Gemeinde zum Mitsingen zu bewegen. Besonders auffällig sind die neue, gewöhnungsbedürftige Struktur und das neue Logo auf dem Gesangbuchdeckel. 

Es ist in sechs Themenrubriken unter dem Aspekt der Zeit unterteilt und folgt den unterschiedlichen Erfahrungen mit der Zeit. Dabei sind jeweils zwei Rubriken miteinander besonders verwandt: TagesZeit – Momente im Tageslauf, JahresZeit – Kirchenjahr und Jahreskreis, FeierZeit – Gottesdienst feiern, AlleZeit – Psalmen singen und beten, LebensZeit – wachsen, reifen, weitergehen, WeltZeit - glauben, lieben, hoffen. Jeder Rubrik wird eine Farbe zugeordnet. Ein bunter Kreis auf dem Cover symbolisiert die sechs Kapitel. Neben den Liedern finden sich auch passende Texte. 

Pfarrer Schnütgen arbeitet besonders gerne mit den Psalmen und dem Kapitel zum Thema Taufe. Schade findet er es, dass der vorliegende Auszug zur Erprobung keine Advents- und Weihnachtslieder beinhaltet. Die Erfahrungen der Organistin sind andere. So seien die neuen Worship-Lieder für Bands geschrieben und aufgrund ihrer Rhythmik an der Orgel schwierig umzusetzen. Bisher fehlten dafür noch die Begleitsätze.

In das neue Gesangbuch wurden viele neue Lieder aufgenommen sowie Einführungstexte, Gebete, kleine Rituale, Bibeltexte und Impulse, die zum Nachsinnen anregen, aufgenommen. Es soll ein spiritueller Begleiter durchs Leben werden, eine Einladung zum Blättern, Lesen und Singen – ein Buch für alle Lebenszeiten, betonte Kirchenrat Wolfgang Böhm bei einer früheren Vorstellung des Projekts „Gesangbuch“ im Dekanatbezirk. Er sitzt als bayerischer Vertreter in den Gremien der EKD in denen das neue evangelische Gesangbuch erarbeitet wird.

Neben einer gedruckten Version wird es auch eine digitale Version mit vielen technischen Features und weiteren 1500 Liedern geben. So wird beispielsweise daran gearbeitet, dass die Lieder für den Gottesdienst schon vorab zu Hause auf dem Handy angehört und mitgesungen werden können.

Zusätzlich soll eine digitale Ausgabe erstellt werden. Darauf freut sich Pfarrer Schnütgen. Die Lieder könnten dann per Beamer an die Wand projiziert werden. Mit erhobenem Kopf oder gar im Stehen sei es eben ein anderes Singen. 
In einem zweiten Teil des Konvents informierte Dekan Jochen Wilde über die strukturellen Veränderungen im Dekanatsbezirk.
Text und Foto: Hubert Mauch