Ökumenischer Franziskus Gottesdienst im Kurpark Grafenau zum 800. Todestag des hl. Franz von Assisi. Auf dem Foto nehmen Pfarrer Martin Dengler (li) und Diakonin Gabi Neumann-Beiler (re) Menschen und Tiere in ihre Mitte.
Unter dem weiten Himmel des Kurparks Grafenau, im warmen Licht eines spätsommerlichen Abends und getragen von den feinen Klängen des Holzblasquartetts der Stadtkapelle Grafenau, versammelten sich am Freitag, 2. Oktober, zahlreiche Besucher:innen zu einem besonderen ökumenischen Gottesdienst. Anlass war der 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi – jenes Mannes, der wie kaum ein anderer für Frieden, Einfachheit und die tiefe Verbundenheit mit allen Geschöpfen steht. Eingeladen hatten der Katholische Pfarrverband Grafenau sowie Kirche + Tourismus Bayerwald im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Passau.
Pfarrer Martin Dengler und Diakonin Gabi Neumann Beiler begrüßten „große und kleine Menschen, große und kleine Tiere“, ein Bild, das die franziskanische Botschaft unmittelbar lebendig werden ließ: Alle Geschöpfe gehören zu Gottes großer Familie. Im gemeinsam gesprochenen Friedensgebet, das Franz von Assisi zugeschrieben wird, stand die Sehnsucht nach Versöhnung und einem respektvollen Miteinander im Mittelpunkt. Die Worte „Mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“ erhielten unter freiem Himmel, im Rascheln der Bäume und im Beisein der Tiere und Menschen eine besondere Tiefe und Wärme.
Die Geistlichen erzählten vom Leben des hl. Franz, der die Welt mit staunenden Augen betrachtete und in jedem Wesen, ob Mensch, Tier oder Pflanze, ein Spiegelbild göttlicher Liebe erkannte. Seine Botschaft von Frieden, Geschwisterlichkeit und Dankbarkeit ist heute vielleicht aktueller denn je.
Der Höhepunkt des Abends war die Segnung von Mensch und Tier. In diesem Moment wurde spürbar, wie lebendig die franziskanische Spiritualität auch heute ist: Menschen und Tiere standen Seite an Seite, verbunden durch Musik, Gebet und die gemeinsame Freude an Gottes Schöpfung. Der ökumenische Gottesdienst im Kurpark wurde so zu einem stillen, aber eindrucksvollen Zeichen dafür, dass Gottes Frieden dort wächst, wo wir uns als Geschwister im großen Netz des Lebens erkennen.
Text und Foto: Gabi Neumann-Beiler
