Ökumenische Abendandacht in der Naturkapelle am Geyersberg mit dem Kirchenchor „Cantores“ aus Philippsreut
Die Naturkapelle am Geyersberg bei Freyung zeigte sich am Abend des 15. April von ihrer stillen, eindrucksvollen Seite. Unter dem Motto „April, April – der weiß nicht, was er will“ versammelten sich zahlreiche Besucher:innen zu einer ökumenischen Abendandacht, die gleichermaßen berührte, erdete und ermutigte. Geleitet wurde die Feier von Diakonin Gabi Neumann-Beiler und Jugendseelsorger Johannes Geier, musikalisch getragen vom Kirchenchor „Cantores“ aus Philippsreut, der mit warmen, klaren Stimmen den Rahmen für eine besondere Atmosphäre schuf.
Schon zu Beginn wurde spürbar, wie sehr dieser Platz im Wald die Menschen empfängt. Gabi Neumann-Beiler begrüßte die Teilnehmenden herzlich und erinnerte daran, dass der April mit seiner sprunghaften Art ein Sinnbild für das Leben selbst sei: voller Licht und Schatten, voller Überraschungen und Unwägbarkeiten. Johannes Geier stellte die Andacht bewusst in den Namen Gottes – ein Moment der Stille folgte, in dem nur der Wind durch die Bäume strich. In kurzen, eindringlichen Gedanken sprachen die beiden Seelsorger über die Unbeständigkeit des Aprils – und darüber, wie sehr sich diese Wechselhaftigkeit in unseren eigenen Herzen widerspiegeln kann. Der Gedanke, dass Gott nicht nur in den klaren Momenten, sondern auch im Chaos an unserer Seite bleibt, berührte viele sichtbar.
Als Diakonin Neumann-Beiler aus Psalm 121 las – „Ich hebe meine Augen zu den Bergen…“ – richteten sich viele Blicke tatsächlich auf die sanften Höhen rund um die Naturkapelle. Johannes Geier deutete die Worte als Zuspruch: Gott geht mit, auch wenn der Weg unsicher wirkt.
Zwei Erzählungen prägten den Abend: Die Geschichte vom Bauern, der trotz wechselhaften Wetters zu säen beginnt – ein Bild für Vertrauen und Beharrlichkeit und die Geschichte vom Mädchen auf dem launischen Waldweg, das lernt, dass Gott uns manchmal gerade dadurch trägt, dass wir Schritt für Schritt weitergehen. Beide Geschichten verbanden sich auf natürliche Weise mit dem Thema des Abends: dem Mut, im Ungewissen weiterzugehen.
Ein besonders stiller und intensiver Moment entstand bei der Symbolhandlung. Die Besucher:innen konnten einen Stein oder ein Blatt in die Hand nehmen: Der Stein stand für das, was schwer ist. Das Blatt für das, was sich verändern darf.
In den Fürbitten wurde die Welt mit ihren Unsicherheiten vor Gott gebracht: Menschen, die Orientierung suchen, Gemeinden, die Hoffnung schenken wollen, und jeder einzelne Mensch mit seinen eigenen Fragen. Zum Abschluss sprachen Gabi Neumann-Beiler und Johannes Geier einen Segen, der die Menschen in ihrer ganzen Lebenswirklichkeit umarmte – in Sonnentagen wie in Aprilmomenten der Seele.
Mit einem Segenslied des Chors“ Cantores“ endete die Andacht, doch viele blieben noch stehen, sprachen miteinander. Die ökumenische Feier am Geyersberg zeigte einmal mehr, wie wohltuend es sein kann, gemeinsam innezuhalten – besonders in Zeiten, in denen das Leben sich unberechenbar anfühlt. Ein Abend voller Verbundenheit, Natur und leiser Hoffnung – ganz im Geist des Aprils, der uns lehrt, dass Wandel und Zuversicht oft Hand in Hand gehen. Text und Foto: Gabi Neumann-Beiler
