Komm, bau ein Haus!

Einweiuhng Grubweg
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Pfarrer Stephan Schmoll (v.l), Pfarrer Dr. Jonathan Steensen und der katholische Amtsbruder Pfarrer Martin Prellinger freuen sich nicht nur über die gute ökumenische Nachbarschaft. Sie stoßen nach dem gemeinsamen Einweihungsgottesdienst am Sonntag, 17. März im lichtdurchfluteten Gemeinderaum unter der St. Johanneskirche in Passau-Grubweg mit einem Gläschen Sekt-Orange an.

Über ein Jahr lang hatten in, unter und um die St. Johannes-Kirche in Passau-Grubweg die Handwerker das Sagen. Herausgekommen ist dabei ein heller, freundlicher und größerer Gemeindesaal mit behindertengerechtem WC und ökologischer Heizung. Zum Saal führt jetzt eine barrierefreie Rampe, davor lädt eine Terrasse zum Entspannen ein. Auch der Innenraum der Kirche, aus dem Jahr 1957, ein Baudenkmal des Passauer Architekten Hanns Egon Wörlen, wurde behutsam umgestaltet um mehr Bewegungsraum zu haben, erzählt Architekt Walter Schwetz. Er hatte sozusagen das letzte Wort bei der Einweihungsfeier am Sonntag, 17. März. Begonnen hatte die Feier eineinhalb Stunden zuvor mit einem Gottesdienst in der St. Johanneskirche. Dabei kam die Gemeinde beim Singen des Kirchenliedes „Komm, bau ein Haus“ auch gleich in den Genuss der neuen Infrarotheizung unter den Kirchenbänken. Während des Gottesdienstes zog die Gemeinde in den Gemeindesaal unter der Kirche. Er endete dort mit einem Einweihungssegen.
„Dieses Haus“, so Pfarrer Stephan Schmoll in seiner Predigt, „zeichnet sich dadurch aus, wozu es dient und welcher Geist in ihm wohnt.“ Es sei ein Haus das beschütze, ein Raum der Zuflucht und Schutz für die Seele biete, den Geist und die Sinne belebe, das Rast gebe in aufwühlenden und mühevollen Zeiten und wo das Evangelium von der Liebe Gottes zu uns Menschen gepredigt und gelebt werde. Das Grundanliegen der Reformation sei die fortwährende Erneuerung, das „sich zukunftsfähig“ machen und so müssten auch immer wieder Gebäude erneuert werden, um die Gemeinde Jesu Christi fit zu machen für die Herausforderungen der Zukunft.

Geschenk
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Pfarrer Steensen dankte seinem Kollegen Stephan Schmoll für 19 Monate Vakanzvertretung in St. Johannes mit einem kleinen Präsent.

Im Mittelpunkt der Umbauarbeiten für nicht ganz 560.000 Euro stand das Gemeindezentrum barrierefrei, inklusiv und gemeinschaftsfördernd zu machen. Einen nicht unerheblichen Anteil bei der barrierefreien Gestaltung hatte dabei die 19jährige Carlotta Meurer. Als Betroffene und engagiertes Mitglied der Gemeinde konnte sie wertvolle Tipps beisteuern. „Die Kirchengemeinde hat mit der Sanierung einen einladenden Ort gewonnen, mit dem sie im Sozialraum präsent sein kann und der eine Begegnungsmöglichkeit zur Vernetzung über Gemeindegrenzen hinweg schafft.“ schrieb Pfarrer Dr. Jonathan Steensen schon in seiner Einladung.
In Vertretung des Passauer OB gratulierte Erika Träger zum erfolgreichen Abschluss der Sanierung. Sie selbst wurde in der Kirche getauft und konfirmiert, erzählte die Stadträtin. Wie gelungen die barrierefreie Umgestaltung sei, sehe man daran wie Kinder, Alte und Menschen mit Handicap heute miteinander feierten. Von St. Johannes gehe ein „positives Signal für eine bunte, vielfältige Gesellschaft“ aus, betonte der stellvertretende Landrat Klaus Jeggle in seinem Grußwort. In Zeiten der Kirchenaustritte sei es wichtig die Kirchen in vielfältiger Weise barrierefrei zu machen. Und Pfarrer Martin Prellinger lobte: „Das ökumenische Miteinander gehört hier einfach dazu.“
Ganz im Sinne von Inklusion bereicherte das internationale Dreigänge-Häppchen-Büffet des Caterers Frank Meurer die Einweihungsfeier kulinarisch.
Zur Finanzierung: Die Stadt beteiligte sich mit 20.000 Euro, die Aktion Mensch mit 45.000 Euro und die evangelische Landeskirche mit einem noch nicht endgültig abgerechneten Betrag, der um 175.000 Euro vermutet wird. Den Rest muss die Gemeinde selbst aufbringen und freut sich über Spender. Text und Fotos: Hubert Mauch